Eine Brücke zwischen zwei Kulturen

Die Entscheidung, ein Café in einer so komplizierten historischen Zeit zu eröffnen, ist sicherlich kein einfacher Schritt. Als wir im Januar 2023 mit der Vorbereitung von TiramiGiù begannen, war es, als würden wir endlich die Teile eines Puzzles zusammensetzen.

Giuseppe hatte sich bereits von seinem früheren Job zurückgezogen und war seit einigen Monaten in die Welt der Süßigkeiten eingetreten, die ihn bald mit offenen Armen empfangen würde; ich (Ilaria), die ich heute diesen Artikel schreibe, während ich am Fenster unseres geliebten Cafés sitze (im Stil eines amerikanischen Liebesfilms… aber es gibt keinen Schnee!), war noch sehr in meinen früheren Job vertieft, aber das Unbehagen, das in mir wuchs, ließ etwas erahnen.

Durch einen guten Freund erfuhren wir innerhalb weniger Tage von einem freien Platz, an dem wir etwas Eigenes eröffnen konnten, und innerhalb weniger Wochen unterzeichneten wir den Mietvertrag für das, was jetzt unser Nest ist… ja, wir beschlossen zu träumen!

Es ist jetzt ein halbes Jahr her, dass wir eröffnet haben, und wir tippeln auf Zehenspitzen in Richtung unserer Zukunft hier in Wilmersdorf, zwischen einer Pirouette und einer Kaske. Es ist nicht leicht, aufzufallen, und vor allem ist es nicht leicht, all die Liebe und Leidenschaft in wenigen Augenblicken zu vermitteln; ich lächle, ich lächle viel, auch Passanten an, und wenn jemand reinkommt, sage ich hallo und ‘wilkommen’.

Die Reaktionen sind die unterschiedlichsten; es gibt den Skeptiker, der einen anstarrt und nicht antwortet, dann den Schüchternen, der das Lächeln erst erwidert und sich dann auf einen Gruß einlässt. Aber es gibt auch diejenigen, die unsere Spontaneität akzeptieren und schätzen, und diejenigen, die sich sogar mit Positivität und Zuneigung überschütten lassen, indem sie sie erwidern.

Nur wenige Monate nach der Eröffnung sind wir von einer kleinen Gemeinschaft umgeben, die aus Menschen besteht, die nicht weglaufen, die gutes Essen, Gesellschaft, ein ruhiges Gespräch und, warum nicht, auch Italien lieben. Und während ich meinen letzten Cappuccino schlürfe (obwohl es 15 Uhr ist und das in Italien strafbar wäre!), denke ich, dass wir vielleicht wirklich diese Brücke zwischen Italien und Deutschland bauen, Stück für Stück, Stein für Stein, zwischen einem ‘willkommen’ und einem ‘ein Mal GNOTSCHI bitte’.

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